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Ein Spaziergang durch das Duvenseer Moor

Ein Spaziergang durch das Duvenseer Moor

Duvensee – „Gar schaurig ist's durchs Moor zu gehen“, befand die westfälische Dichterin Annette von Droste-Hülshoff im 19. Jahrhundert. Derselbe Eindruck beschleicht den Wanderer heutzutage nicht mehr, wenn er durch das Duvenseer Moor spaziert. Besonders schön und ruhig ist es dort am frühen Morgen, wenn Nebelschwaden über die Felder wabern und im Sonnenaufgang eine geheimnisvolle Stimmung schaffen.

Menschen trifft man frühmorgens hier so gut wie nie an. Dafür aber viele Vögel, die inzwischen alle aus dem Winterurlaub zurückgekehrt sind und natürlich auch Rehe und andere Vierbeiner des Waldes, die auf den sattgrünen Feldern und Wiesen nach Nahrung suchen. Wer sich die Zeit nimmt und für einige Zeit ruhig am Knick verharrt, kann vieles beobachten, was man sonst nicht zu sehen bekommt.

Noch ist auf dem Swin-Golf Platz in Bergrade kein Betrieb. Zumindest spielen dort noch keine Menschen mit Bällen. Dafür huschen Feldmäuse im feuchten Grün umher und genießen ganz offensichtlich die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne. Bis dieser noch orangerote Feuerball aber vollends am Himmel steht und seine ganze Kraft entwickelt, wird es noch einige Zeit dauern.

In der wunderschönen Moorlandschaft gleich hinter Duvensee paddeln einige Schwäne auf den verbliebenen Wasserstellen umher. Etwa 200 Meter vom Hauptweg entfernt lassen sich die Jungtiere und auch die Alten von einem Fußgänger nicht stören. Sie putzen weiter ihr Gefieder und beginnen so einen wunderschönen tag.

Ein ganzes Stück weiter in Richtung Lüchow flattert plötzlich ein Entenpärchen aus dem Gebüsch empor und fliegt im großen Bogen von mir weg. Die beiden Wasservögel fliegen nicht besonders hoch und as offenbar aus gutem Grund, denn sie landen Augenblicke später in einem kleinen Bach. Dort fühlen sie sich offensichtlich pudelwohl, stecken ihre Schnäbel unter Wasser und putzen ihr Gefieder. Dass sie dabei von mir weg schwimmen und ich sie bald aus dem Auge verliere, stört mich nicht, denn der Blick über die Landschaft ist unglaublich schön.

Ein Knick aus Bäumen, die erst vor kurzer Zeit beschnitten wurden, der Nebel, der sich über das Moor legt, ein aus den Angeln gehobenes Gatter an einer Weide – all das fasziniert den Betrachter. Dann tauchen in der Ferne ein paar grüne Kuppeln auf. Es sind die Hauben der Biogasanlage Labenz. Mein Weg von Bergrade über Duvensee durch das Moor bis nach Lüchow ist fast zu Ende. Doch ehe ich nach Lüchow komme, finde ich noch einen Haufen Müll,.

„Warum gibt es immer noch Idioten, die ihren Müll (hier sind es Teile einer Inneneinrichtung eines Autos) nicht vernünftig entsorgen können“, frage ich mich. Dann begegne ich nach knapp zwei Stunden wieder einem Menschen. Ein Landwirt ist mit seinem Traktor unterwegs, und pflügt den fruchtbaren Boden um. Ich weiß, jetzt hat mich die Zivilisation wieder zurück. Den Spaziergang in unserer wunderschönen Natur habe ich genossen. Ich werde ihn garantiert wiederholen, aber an anderer Stelle, denn es gibt unendlich viele schöne Ecken in unserem Kreis.

jeb









Fotos: jeb